Erzbischöfliche St.-Anna-Schule

Klausur besteht nicht aus Papier

Anderthalb Tage im Kloster

Ein kleines Metallschild an der imposanten Holztür mit einem Wort, das bei Lehrern und Schülern bestimmt ähnliche Assoziationen weckt: „Klausur“. In diesem Fall war es jedoch der Eingang zum Kreuzgang der Benediktinerabtei Kornelimünster bei Aachen, in der 12 KollegInnen, mit etwas Verstärkung durch Partner, vom 15. auf den 16. Februar zu Kurzbesinnungstagen zu Gast waren. Was wir dort gemacht haben, bekommt – mit etwas Phantasie und Humor – an Hand einiger Verse aus der Benediktsregel Hand und Fuß.

 

„Sobald ein Gast gemeldet wird, sollen ihm daher der Obere und die Brüder voll

dienstbereiter Liebe entgegeneilen.“ (RB 53,3) – so wie wir eintrudelten, wurden wir also erstmal von Abt Friedhelm bzw. Pater Christian begrüßt und konnten unsere Zimmer im Gästetrakt beziehen, eine Etage unter den Zellen der Mönche. „Ein reichlich bemessenes Pfund Brot genüge für den Tag“ (RB 39,4) – für uns gab es allerdings erstmal Kaffee und Kuchen, danach eine Führung durch das Haus und in den Klosterpark mit dem augenzwinkernden Hinweis: „Die Türen bei uns gehen übrigens nach außen auf.“

 

„Müßiggang ist der Seele Feind. Deshalb sollen die Brüder zu bestimmten Zeiten mit Handarbeit, zu bestimmten Stunden mit heiliger Lesung beschäftigt sein.“ (RB 48,1) – Handarbeit stand für uns nicht an; stattdessen tauschten wir uns kreuz und quer durch das Alte und Neue Testament aus über Bibelstellen, die uns im Laufe unseres Lebens wichtig geworden sind, und haben vermutlich eine neue, wenig bekannte Seite an der Fachkollegin und dem Sitznachbarn im Lehrerzimmer kennen gelernt. Nach Vesper, Abendessen und Komplet – „Hört man das Zeichen zum Gottesdienst, lege man sofort alles aus der Hand und komme in größter Eile herbei.“ (RB 43,1) – gönnten wir uns dann aber doch für den Rest des Abends Müßiggang. Schnell bildeten sich ein Spiele- und ein Erzähltisch mit einer breiten Palette an ungesundem Knabberzeugs, denn „Wer etwa von der einen Speise nicht essen kann, dem bleibt zur Stärkung die andere“ (RB 39,2).

 

Am Samstagmorgen ging es biblisch weiter mit dem Evangelium von der „Speisung der Viertausend“, bevor es uns mit Impulsfragen zur Vertiefung auf einen Spaziergang zu Zweit oder Dritt nach draußen zog – das Wetter war ja wie bestellt. Nach dem Mittagessen fanden wir uns warm angezogen in der noch ziemlich kühlen Abteikirche ein. Wer eine klassische Kirchenführung erwartet oder gar befürchtet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Von Fenster zu Fenster führte der Streifzug durch die Vita Benedikts von Nursia, gespickt mit biblischen Bezügen und Anregungen für das eigene Leben, sodass wir beim anschließenden Nachmittagskaffee ausreichend Gesprächsstoff hatten. Wer wollte, konnte sich anschließend über Caravaggios „Bekehrung des Paulus“ austauschen, mit Farben und Pinsel selber ein wenig kreativ werden oder einfach noch eine Runde im Klosterpark spazieren gehen. Um 17.30 Uhr fanden wir uns ein letztes Mal im Chorgestühl ein und ließen uns anschließend noch das Abendessen schmecken, ehe wir uns auf den Weg zurück nach Wuppertal machten.

Einhelliger Tenor: War gut – machen wir nochmal… voraussichtlich Mitte Februar 2020.

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