Erzbischöfliche St.-Anna-Schule

Tage religiöser Orientierung-

Taizé 2019

Am Sonntagmorgen um 6 Uhr kehrte dann auch das Taizéteam der St. Anna-Schule nach Wuppertal zurück. Hinter ihnen liegen vier Tage voller Erfahrungen, sonnenverbrannter Nasen, neuer Freunde, Entspannung und Selbstfindung.

Taizé. Ein Ort – oder besser gesagt ein Gefühl. Wenn wir zuhause von unseren Erfahrungen und unserer Zeit aus dem ca. 7oo km entfernten 170 Seelendorf erzählen sollen, fällt es einigen von uns nicht leicht. Klar, Taizé ist ein winziger Ort, der im Hochsommer von bis zu sechstausend Pilgern besucht wird, aber es lässt sich nicht in Worte fassen, was Taizé ausmacht.

Nach der neunstündigen Fahrt kamen wir am Mittwochmorgen bei strahlendem Sonnenschein mit dem Reisebus an. Nach der doch so ruhigen Fahrt wurde es im Bus unruhig. „WAS? Hier gibt es ja Internet!!“, „Oh mein Gott, hier sind ja Schafe! Wie süß“, tönte es aus den hinteren Reihen. Schnell trugen die müden Gestalten ihre Rucksäcke und übergroßen Reisetaschen in die Communauté von Taizé.

7:00 Uhr morgens. Es war mucksmäuschenstill. Das kleine Dörfchen schien noch zu schlafen. So wie wir uns auch vorkamen... Während unsere Teamleiter Frau Menne und Herr Dr. Lange zu „La Morada“, dem Empfang oder besser gesagt „head of the town“ spazierten, fingen die jungen Teammitglieder an zu bibbern. Selbst bei strahlendem Sonnenschein waren ein paar Grad über null verdammt kalt. Schnell wurden die Fleecedecken, Mützen und Frisbeescheiben ausgepackt. Wenig später begann für uns dann das Morgengebet.

8:15 Uhr. Die Kirche in der Mitte des gesamten Dorfes war großräumig und von innen in warmen Farben gehalten. Durch die bunten Fenster fielen die ersten Sonnenstrahlen. Vereinzelt waren einige Besucher und Brüder in weißen Gewändern zu erkennen. Während des Gebets wurde viel gesungen, die Lesung gehalten, die Eucharistie bzw. gesegnetes Brot ausgeteilt und für ca. zehn Minuten geschwiegen. Das alles war für uns sehr neu, jedoch gewöhnten wir uns im Laufe unseres Aufenthalts an alle Besonderheiten. Während des späteren Deutschlandtreffs erzählte uns einer der Brüder, dass Taizé am Anfang evangelisch war, jedoch Frère Roger später die Eucharistie zum Morgengebet hinzufügte. Nach dem Gebet traf man sich vor der Essenausgabe wieder, an der wir zuvor Frisbee gespielt hatten. Man konnte mithelfen das Frühstück auszuteilen. Am Mittwoch – ein kleines Baguette mit einer kleinen Packung Marmelade. Dazu ein Plastikbecher für ein Getränk (Kakao, Tee, etc.). Zum Schrecken der Jungs eine recht kleine Portion. Aber in Taizé geht es nicht um den Luxus.

Einigermaßen gestärkt hieß es dann für das Team St. Anna: „Ab in die Bibeleinführung“. Hier lasen wir jeden Tag eine Bibelstelle und interpretierten sie mit Hilfe eines Bruders. Die Austauschtreffen danach durften wir am Mittwoch ausnahmsweise schwänzen, um unsere Hütten /

Zimmer / Baracken beziehen zu können. Selbst Mitte März waren schon einige Bäume und Sträucher ausgeschlagen und blühten wunderbar. Zur Freude vieler, jedoch zum Leid einiger Allergiker.

Um kurz nach 12:00 Uhr wurde uns dann das Mittagessen aufgetischt. Erneut spartanisch, aber dennoch warm und sättigend. Man hatte während des Mittagsgebets schon einige Mägen knurren hören.

15:00 Uhr. Zeit zum gemeinsamen Putzen. Arbeit – eine Tätigkeit die von allen Bewohnern und Besuchern von Taizé ausgeführt werden sollte. Etwas gewöhnungsbedürftig für manche, aber bald Normalität. Bis zum Abendessen hatten wir genug Zeit den „Solidarity Garten“ und die „Source St. Etienne“ (zu Deutsch: Die Quelle St. Etienne) zubesuchen.

Am Freitag besuchten wir dann Cluny, ein weiteres ruhiges, aber deutlich größeres Dorf. Hier hatten wir Zeit das Örtchen zu erkunden, leckere Croissants zu kaufen und jede Menge kleine Ecken kennen zu lernen. Samstag, unser letzter Tag, bescherte uns eine wunderschöne Messe bei sanftem Kerzenschein und Kindergesang.

Besonders für Taizé war natürlich die Ruhe. Auch die zehnminütige Stille in den Gebeten war für uns alle zu Beginn ungewohnt, aber es gab uns nach und nach Zeit, um in sich hineinzuhören, über Zukunft, Träume und Realität nachzudenken und sich selbst ein wenig zu sammeln. So wurde einigen von uns klar, dass unsere Probleme, verglichen mit denen draußen in der Welt, winzig klein und vielleicht sogar doch überflüssig und vermeidbar sind.

Ruhig wurde es auch bei dem Abendgebet am Freitag. Wir konnten einige unserer Sorgen, Ängste und Wünsche am Kreuz ablegen. Es war ein befreiendes Gefühl. Bei melancholischem, beinahe meditativem Gesang wurden so einige Sorgenfalten geglättet und Erleichterung wurde unter vielen breit.

Die stillen Minuten wurden aber auch zum Beschreiben kleiner, bunter Zettelchen benutzt. Unsere Teamleiterin Frau Menne kam mit der supersüßen Idee auf, die alten Babynahrungläser ihres Patenkindes schick zu machen, und sie uns als „Komplimente / Anregungen / nette Worte-Gläschen“ zur Verfügung zu stellen. So füllten sich im Laufe der Zeit die kleinen Gläschen und wurden auf der Rückfahrt fleißig gelesen. Die Zeit war viel zu schnell rum, laut der Mehrheit der Teammitglieder.

Taizé. Ein Gefühl, ja ein Lebensmotto. Wenn Taizé uns eines gelehrt hat, dann ist es zu teilen – auch die kleinsten Stückchen Baguette. Selbstbewusst und offen Dinge von sich preisgeben, die man sonst nie erzählt hätte. Neue Bekanntschaften zu machen. Stärken und Schwächen einzugestehen, Freunde vielleicht von einer anderen Seite kennenzulernen. Und, dass wir eines nicht vergessen sollten: Wir sollten uns immer wieder Zeit für uns nehmen, auf uns hören, Gedanken mit anderen Menschen teilen und vielleicht öfters mal mit einer anderen Einstellung den Tag beginnen.

Trixi Lützenkirchen, Julija Stojakovic

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