Erzbischöfliche St.-Anna-Schule

Ein Blick zurück und nach vorne: Drei Wochen Corona-Krise

Offener Brief der Schulleitung an die ganze Schulgemeinde

Die Schulleitung der Erzbischöflichen St.-Anna-Schule hat für die Schulgemeinde - also für Schülerinnen und Schüler, Eltern bzw. Erziehungsberechtigte, Lehrerinnen und Lehrer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - vor den Osterferien einen offenen Brief verfasst. Lesen Sie den Brief hier auf unserer Website - und bleiben Sie gesund!

Liebe Schulgemeinde!

Seit nunmehr fast drei Wochen befinden wir uns an der Erzbischöflichen St.-Anna-Schule in einer Situation - vielleicht dürfte man auch „in einem Ausnahmezustand“ sagen -, die wir alle noch vor kurzem für undenkbar hielten: Wegen der Corona-Pandemie sind alle Schulen im Land geschlossen, wir arbeiten im HomeOffice und Unterricht findet als eLearning statt. Es ist sehr positiv zu sehen, wie gut unsere Gesellschaft den gegenwärtigen Zustand erträgt, die Situation gestaltet und überwiegend verantwortungsvoll mit den Einschränkungen umgeht. Auf der anderen Seite spüren wir an der Schule oder im HomeOffice: Ihr Schülerinnen und Schüler fehlt uns, und mit ihnen auch Sie, liebe Eltern! Dazu noch ein gespentisch leeres Lehrerzimmer, in dem man auch zu Pausenzeiten keinen Laut hört. Eine Schule ohne Begegnungen, Gespräche und Kontakte mit euch ist keine Schule, die man sich wünscht - und macht uns täglich bewusst, wie wichtig das soziale Miteinander ist. Wenn wir also einen ersten positiven Aspekt des derzeitigen Zustands herausarbeiten können, dann ist es der: Wir lernen jenseits aller Routine, dass die Begegnung von Menschen an der Schule ein wunderbares Merkmal unserer täglichen Arbeit ist. Das wussten wir immer schon, wird aber nun besonders deutlich.

Nicht nur die Gesellschaft ‚da draußen‘ trägt die Ausnahmesituation mit, auch Ihr, liebe Schülerinnen und Schüler, und Sie, liebe Eltern, unterstützen unsere gemeinsame Arbeit nach Kräften. Und schließlich haben die Lehrerinnen und Lehrer an unserer Schule blitzschnell umgeschaltet auf neue, unerprobte Lehr- und Lernmethoden, alles ohne Murren. Und das Beste: Es funktioniert! Nicht immer geschmeidig, nicht als hundertprozentiger Ersatz für das gemeinsame Lernen, aber wir schauen einigermaßen beruhigt auf die vergangenen drei Wochen in der Gewissheit, dass das keine verlorene Zeit war. Hürden gab es reichlich, aber alle, Lernende, Eltern, Unterrichtende, haben diese Hürden fast immer konstruktiv und geduldig, manchmal auch konstruktiv und ideenreich überwunden. Und wir alle haben gelernt, kleine und große Dinge erarbeitet, vielleicht hier und da auch die hohe Qualität unserer Digitalisierung endgültig als Chance erkannt.

Wir können Ihnen allen versichern, dass wir in den vergangenen drei Wochen intensiv daran gearbeitet haben, alle Prozesse so gut wie möglich zu gestalten, das war alles andere eine ruhige Phase. Wenn es dazu beigetragen hat, den Lernprozess bei unseren Schülerinnen und Schülern nicht versiegen zu lassen: sehr schön, so sollte es sein. Wenn der eine oder die andere in den nächsten Tagen das „endlich Ferien!“-Gefühl erlebt, dann war der Einsatz gut. Trotzdem: Ein richtiges, gemeinschaftliches „Puh-geschafft-endlich-Ferien-Gefühl“, ein letzter Schultag, an dem der Jubel im Gebäude alles andere übertönt, will dann so richtig doch nicht aufkommen. Stattdessen: Stille. So sieht Schule in normalen Zeiten nicht aus.

Irgendwann, und wann genau, das weiß niemand, werden wir uns leibhaftig wiedersehen, wir werden das genießen, und dann wird man zurückblicken auf die Zeit des eLearnings, dann wird man einordnen, was gut war und was misslungen ist, das ist im digitalen Arbeitsleben so wie in der Schule auch, und das ist normal. Eine Frage, die schon jetzt häufig an die Schulleitung gerichtet wurde, betrifft den Umgang mit den in der digitalen Zeit erbrachten Leistungen. Selbstverständlich haben wir klare Regelungen aufgestellt, die verbindlich gelten und Lernenden wie auch Unterrichtenden Sicherheit geben:

  • Unsere digitale Infrastruktur ist so weit ausgebaut und die Kommunikationswege so etabliert, dass eine Abgabe der Aufgaben verbindlich erwartet werden kann. Nicht abgegebene Lösungen haben selbstverständlich Einfluss auf das Leistungsbild der Lernenden.
  • Grundsätzlich sollen positive Leistungen auch entsprechend gewürdigt werden - gerade jetzt fallen viele Lernende durch ausführliches und gutes Arbeiten auf, die im normalen Unterrichtsalltag ruhiger sind. Diese Leistungen sind natürlich positiv zu werten!
  • Individuelle Leistungsrückmeldungen durch eure Lehrer sind über Moodle-"Aufgaben“ stets möglich und auf jeden Fall sinnvoll, sollten aber nicht flächendeckend mit Benotungen verbunden sein - besonders positive und negative Lösungen können aber hervorgehoben werden.
  • Der in der Zeit des e-Learnings erarbeitete Stoff darf nicht ohne weitere unterrichtliche Aufarbeitung als prüfungsrelevant vorausgesetzt werden, er ist gemäß Erlass des Ministeriums nicht prüfungsrelevant.

Mit dem Wissen um diese Regeln gehen die meisten von Ihnen und von Euch hoffentlich ein bisschen beruhigt in die Osterferien. Osterferien, die man vielleicht gar nicht als besondere Zeit wahrnimmt, weil sie sich kaum unterscheiden von den Wochen vorher - aber ohne eLearning!

Prognosen, wie es nach dem 19.4. in der Schule weiter geht, sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht seriös abzugeben - daher bleibt uns nur die Hoffnung, dass der Schulbetrieb möglichst schnell Normalität zurückkehrt. Wir werden Sie alle auf dem Laufenden halten, wenn es neue Entscheidungen gibt. Bis dahin wünschen wir Ihnen und Euch trotz allem schöne Ferien und in diesen Zeiten natürlich vor allem anderen Gesundheit für die ganzen Familien! Und wir sagen Danke für den gemeinsamen Weg, den wir alle - Lernende, Unterrichtende, Eltern - geduldig ertragen und konstruktiv genutzt haben.

Uns als Christen verbindet der gemeinsame Glaube an Jesus Christus und die Auferstehung, die Hoffnung auf Erlösung und die allumfassende Liebe. All das wird im vor uns liegenden Osterfest deutlich und keine Kontaktsperre der Welt kann uns Glaube, Hoffnung und Liebe nehmen. Wir wünschen euch ganz viel davon und fühlen uns verbunden mit euch als wesentlichem Teil der Schulgemeinde!

Herzliche Grüße,
Benedikt Stratmann und Carsten Finn

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