Erzbischöfliche St.-Anna-Schule

Erneut im Blickpunkt: AnnaLiterarisch

Die Homepage-Plattform für schriftstellernde St.-Anna-Schülerinnen und -Schüler

Etwas in Vergessenheit geraten ist sie leider, die Plattform auf unserer Homepage für literarisch interessierte St.-Anna-Schüler/innen. Auf ein Neues also mit "AnnaLiterarisch" und Aufruf an alle schriftstellernden Schüler/innen, uns ihre Texte, egal ob Sach-, epische, lyrische oder dramatische Texte, zuzusenden, damit wir sie auf der Homepage einer interessierten Öffentlichkeit präsentieren können. Der Kontakt: annaliterarisch@st-anna.de. Den Anfang machen allerdings einige Siegertexte des diesjährigen Schreibwettbewerbs zum Thema "Netz". Viel Spaß bei der Lektüre!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Trautes Heim Glück allein!

Milan Steinberg (5c)

Günter hatte für Freitag eigentlich geplant, das Haus mal so richtig sauber zu machen! 
Doch da gab es ein Problem: Es ist im Zoo eine riesige Spinne ausgebrochen. Weil sie von den kuriosesten Erfindern in der Stadt (nämlich Heinz und Peter) aus minikleinen Atompartikelchen zusammengesetzt wurde, war sie so groß, dass sie derart große Spinnennetze machen konnte, dass keiner vermochte, sie zu entfernen.
Das große Problem war nur, dass diese überdimensionale Spinne es sich gerade in Günters Haus gemütlich machte. 
Als Günter nun von seinem Einkauf zurückkam, hörte er ein verdächtiges Geräusch.
Das Geräusch kam aus dem Haus. Es war die Spinne, welche gerade im Haus beim Streifzug war, und dabei alles umwarf und durcheinanderbrachte. Als Günter ins Haus blicken wollte, um nachzusehen, wer da war, sah er schon nur noch Spinnennetze, Spinnennetze und nochmals Spinnennetze.
Er hielt sich zuerst für verrückt, rief dann aber doch noch mit der Hilfe seines Nachbars Fritz die Polizei: 
„Ja, hier Kommissar Hänselschen vom 16. Revier. Was kann ich für Sie tun?", meinte der Kommissar am Telefon, 
„Ich möchte einen Einbruch in meinem Haus melden. Bei mir ist alles voller riesiger Spinnennetze. Man kann fast nichts mehr sehen dadurch - so dicht ist das! 
... was Sie halten mich für verrückt? Ja, also am Anfang habe ich mich ja auch für verrückt gehalten, aber ich bin mir ganz sicher... Wie, Sie lehnen den Auftrag ab? ... Tses, von wegen Retter in der N..."  Weiter kam er nicht, denn der Kommissar hatte bereits aufgelegt. Günter gab das Handy zurück und dankte Fritzchen. Er versuchte, einen freien Kopf zu bekommen, indem er mit seinen Freunden auf den Basketballplatz ging, um ein paar Körbe zu werfen. Da er aber eindeutig der beste war, machte er einen Netztreffer nach dem anderen. Weil keiner ihm das Wasser reichen konnte, langweilte ihn das Spiel zunehmend.  Aus diesem Grund wollten ihm die Spinnennetze einfach nicht aus dem Kopf gehen. 
Nach einiger Zeit hielt er das nicht mehr aus. Daher verabschiedete er sich und ging nach Hause. Als er zu Hause angekommen war, waren die Netze noch dichter gespannt als zuvor. Jetzt konnte man wirklich nichts mehr dadurch sehen! Trotzdem kämpfte er sich mit viel Müh’ und Not durch die Spinnennetze, um seinen Laptop zu holen. Auf ihm gedachte er im Internet zu schauen,
ob es ihm vielleicht eine Idee liefert, wie man die Netze wegkriegt. Das Internet setzte das gesamte Netz des Wissens in Gang, das es besaß und das über die gesamte Welt gezogen war, und es fand: 
NICHTS! 
Das Internet fand überhaupt NICHTS!
„Ich hab‘s. Ich bau' mir einfach ein eigenes Haus in meinem Garten. In meinem Garten ist Platz genug und mit so etwas kenne ich mich gut aus. Ja, für so etwas bin ich sogar Spezialist! Ich fahre einmal schnell zu OBI und hole mir da ein paar nötige Utensilien und dann geht's los", meinte Günter. Und schon fing er an. Als er nach einigen Monaten endlich fertig war, zog er in das Gartenhaus ein und lebte von nun an glücklich und zufrieden in seinem neuen Heim. 

ENDE

Aber nein! Wo sollte Günter denn in der zwischen Zeit gewohnt haben? Na, bei Fritz natürlich!
So, jetzt ist aber wirklich:

ENDE!

 

Netz 3.0

Anne-Kathrin Wegner (Q2)

Es war eine regnerische Nacht, in der Muriel langsam die engen Gossen der Stadt entlang ging, sich beinah schleichend ihrem Ziel nährend. Die nur noch zur Hälfte funktionierenden Leuchtreklamen einiger Billigbuden flackerten unruhig und zeugten von einstigen, besseren Zeiten. Pfützen gewaltigen Ausmaßes lagen neben den schwarzen übereinander gestapelten Mülltüten, zwischen denen die leisen Laute der Ratten hervordrangen wie eine leise Melodie. Diese Gegend war trostlos, der Regen verbesserte die Situation nicht und kolorierte die Umgebung in den verschiedensten Grautönen. Das Klacken ihres Absatzes hallte unnormal laut durch die Gassen wieder und bot einen starken Kontrast zu der sie umgebenden Situation. Eine Stadt, ein so belebter Ort, getaucht in komplette Stille, das Versagen der Technik über ihrem Kopf, wo leises Vibrieren erklang und Funken stoben, sobald eine der sterbenden Birnen im Todeskampf erneut aufleuchtete. Zu ihren Füßen, die Natur die ihren Weg wieder zurückfand, zu dem Ort wo sie einst geherrscht hatte, in Form der Ratten sowie dem aufbrechenden Betonboden, aus dem wieder einzelne Grashalme sprossen. „Welch´ Kakophonie des Schicksals“, murmelte Muriel und schaukelte ihren Kopf von der einen auf die andere Seite, die Kapuze ihres Mantels hing ihr tief ins Gesicht, doch trotz der Jacke fühlte sie die einzelnen Regentropfen deutlich auf ihrem Körper, es war beinah ein beruhigender Takt, den diese auf ihrer Haut klopften. Langsam bog sie um die nächste Ecke, sie hatte es nicht eilig, zu ihrem Ziel zu kommen. Der Vorteil ihrer Arbeit hier war, dass diese gewöhnlich auf sie warten konnte, und je näher sie ihr kam, desto mehr genoss sie die wenigen Augenblicke, in denen sie noch alleine war. Das kalte Auge einer Überwachungskamera bohrte sich auf ihre Gestalt, wie sie sich dem Tatort langsam nährte, verfolgte jeden ihrer Schritte. Ein blaues Licht zirkulierte um die eigene Achse und tauchte die dunkle Gosse hin und wieder in ein beinah mystisches Licht. Gelbes Band sperrte einen Teilbereich ab und schien sie freundlich um Einlass zu bitten, so häufig wie man die Worte „keep out“ darauf entschlüsseln konnte. Für einen kurzen Moment starrte Muriel das Band an, verharrte vor diesem, bevor sie mit einem Seufzer das Band leicht anhob und in einer eleganten Bewegung drunter her huschte. 
„Na sieh mal einer an, Madame lässt sich auch mal blicken“, schnaubte ihr sie liebender Kollege verächtlich und sie warf ihm ein zynisches Lächeln zu, was er jedoch aufgrund ihrer Kapuze nie erhielt. „Ich bin so schnell, wie es mir möglich war, gekommen. Sie wissen doch, die Wege sind lang“, erwiderte Muriel lieblich und nährte sich der mit einem Tuch bedeckten, unglücklichen Person. Mit einer grazilen Bewegung ließ sie sich neben der Leiche sinken und hob leicht das Tuch an, um in das verzerrte Gesicht des Toten zu sehen. Ihre Augen huschten schnell wie ein Falke auf der Jagd über den Körper, bevor sie das Tuch wieder runterfallen ließ und zu ihrem Kollegen aufsah. „Da sie für ihre exzellente Spürnase bekannt sind, werter Polizeischnüffler, können Sie mir doch bestimmt schon jegliche Ergebnisse und Verdächte vorlegen, die diesen Fall betreffen“, sagte sie freundlich, den perlenden Sarkasmus nur schwer versteckend, während sie ihren Kollegen betrachtete. „Was nehmen Sie sich eigentlich heraus, Khyenthese“,  zischte dieser sofort zurück, während sein Gesicht sich zu einer grimmigen Fratze verzog und vor Wut rot anlief. „Aber, aber, ich drückte Ihnen doch nur meine unglaubliche Bewunderung für Ihre Arbeit aus und erhoffte mir ein schnellmögliches Lösen des Falles, was ist denn Ihr Problem?“, fragte Muriel gespielt pikiert und fasste sich an die Brust, während sie sich wieder erhob. „Sparen Sie sich Ihren Spot, wenn wir diesen Fall schon gelöst hätten, wären Sie wohl nicht gerufen worden, und ich hätte mir den Anblick Ihres Gesichtes ersparen können. Es gibt leider nicht so viel, was wir herausfinden konnten, die Spuren sind ähnlich wie die bei dem letzten Opfer, aber sicher sein können wir nicht. Dem Täter kommen wir leider kein Stück näher, durch diesen Fundort ist unsere Gebietseingrenzung wieder hinfällig geworden. Die Kameraaufzeichnungen sind nicht auffindbar. Sie sind ausgefallen während der Tat, und nur während der Tat, können Sie sich das vorstellen? Da geht etwas nicht mit rechten Dingen zu“, berichtete der Kollege zerknirscht und gab sich nicht einmal die Mühe, seinen Unmut über ihr Erscheinen zu verschleiern, aber das konnte Muriel selbst nur erheitern, nicht verletzen. Doch eine andere Tatsache beunruhigte sie zutiefst. Der Tote war eine höchst einflussreiche Figur gewesen, die in letzter Zeit sich öffentlich gegen den Staat und seine Methoden geäußert hatte. Der Staat hatte ein neues Sicherheitssystem eingeführt. Egal wohin man ging, Kameras verfolgten einen auf Schritt und Tritt. Man darf nicht die positive Seiten unterschlagen, die Kriminalitätsrate war gesunken, was zwar ihren Job gefährdete, aber sei es drum. Zusätzlich war das Leben in nur sehr kurzer Zeit bequemer und angenehmer für die Bewohner geworden. Ein autonomes Programm erfüllte alle Wünsche, die man nur hatte. Jedoch gab es diese eine Sache seit der Einführung erhöhter Sicherheitsvorkehrungen. Es gab noch immer Morde. Vor allem politische Gegner kamen auf mysteriöse Art und Weise um. Orte, Tatvorgehen, alles Unterschied sich bei den Taten. Jedoch eine Gemeinsamkeit gab es, das Versagen der Kameras vor Ort. Es war kein Zufall, daran konnte nicht gezweifelt werden, die Frage, was man tun kann und soll, das war viel mehr das Problem.
Langsam schob sich Muriel die Kapuze vom Kopf, ihr schwarzes Haar absorbierte die Regentropfen und ihre mandelfarbenen, mongolisch geformten Augen verformten sich zu Schlitzen, während sie die Kameras ins Auge fasste. Was konnte man tun, wenn das System einen eingefangenen hatte wie eine Spinne das Insekt in ihrem Netz?

 

Sein eigener Follower sein

Paula Rosenkaymer (7d)

Nahezu jeder in Deutschland im 21. Jahrhundert besitzt ein Handy, einen Computer, ein Tablet oder andere elektronische Geräte, mit denen man ins Internet gehen kann. Instagram, Facebook, Twitter und Snapchat sind nur ein paar von den vielen Social Media-Seiten im Netz.
Das Netz ist für jeden offen und oftmals sehr hilfreich. Man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen, sich inspirieren lassen und auch lernen, doch es hat leider auch, wie alles, was es gibt, seine traurigen und falschen Seiten.
Im Netz gibt es sehr viele verschiedene Persönlichkeiten. Der eine hat das Motto „ Lifestyle“, was übersetzt heißt, dass er seinen Followern (Abonnenten) sein Leben zeigt und sie in seinem Leben mitnimmt. Doch oft ist es so, dass diese Leute viel reisen, sehr teure Kleidung besitzen, diese auch präsentieren und ihren Abonnenten ein perfektes Leben vorspielen. 
Durch diese perfekten Leben im Netz werden sehr viele junge heranwachsende Personen im Internet, überwiegend Mädchen, traurig und unzufrieden mit sich selbst, da sie glauben, sie wären nicht gut genug und nicht so perfekt wie andere Leute. Ständig versucht jeder, wie der andere zu sein, und verliert bei diesem Versuch immer mehr sich selbst. Wir laufen vor uns selbst weg, um jemand anderes zu sein, ohne daran zu denken, dass wir uns selbst genug sind und nicht andere Leben im Netz nachahmen müssen.
Andere Persönlichkeiten sind zum Beispiel genau diese heranwachsenden Jugendlichen, die unerfahren sind und oft versuchen berühmt und beliebt zu werden. Das heißt, sie versuchen mehr Follower, mehr Likes und mehr positive Kommentare als andere zu bekommen. 
Oft kommt es im Netz auch vor, dass bestimmte Benutzer, auch „User“ genannt, andere User beleidigen und heruntermachen. Die meisten von diesen Leuten denken dabei gar nicht darüber nach, wie sehr das andere Menschen herunterzieht. Außerdem äußern User im Internet anderen Leuten gegenüber Beleidigungen, die sie ihnen in der Realität allerdings nicht ins Gesicht sagen könnten. Das nennt man auch Cybermobbing, was für viele Leute sehr schlimm und belastend ist.
Doch in Wahrheit, wenn jeder ohne Schminke, teure Kleidung, verschönernde Filter oder „Follower“-Zahlen nebeneinander stehen würde, wären alle gleich. Ab diesem Moment müsste jeder seine eigene Persönlichkeit haben. Keiner könnte mehr bei jemandem mit seinen „Follower“-Zahlen Anerkennung bekommen. Keiner hätte mehr seine teure Kleidung, mit der er andere Leute beeindruckt, keiner hätte mehr das Netz, in dem er sich verstellen und verstecken kann. Jeder wäre bloß er selbst und könnte niemanden nachahmen. 
Wir leben heutzutage überwiegend nur noch im Netz, nicht mehr viele Jugendliche leben in der realen Welt. Im Netz möchte zwar jeder zeigen, dass er der Schönste, Beste und Beliebteste ist, doch wenn wir ehrlich mit uns sind, sind wir nicht so perfekt, wie wir es im Netz versuchen auszudrücken. Viele von uns täuschen anderen ein Leben vor, um sie zu beeindrucken, besser als andere zu sein und andere zu „besiegen“. Ist der Mensch nicht eigentlich dafür vorherbestimmt, nicht perfekt zu sein? Sollte uns nicht eigentlich egal sein, was andere im Netz und auch im echten Leben über uns denken? 
Ich glaube, viele von uns, auch ich, sollten weniger im Netz vertieft, sondern im echten Leben leben, wo jeder seine eigene Persönlichkeit hat, anderen Usern nur das schreiben, was sie ihnen auch ins Gesicht sagen könnten, und sollten öfter in der realen Welt mit anderen Personen an einem Tisch sitzen, lachen, Spaß haben und sein eigener Held sein.

 

Das perlenfarbene Wesen, gerettet aus dem Netz

Anna Sondhauß (6d)

Ich bin Emma, bin 12 Jahre alt und mache seit 2 Tagen mit meinem Vater Urlaub an der Nordsee.
Denn wir haben Sommerferien, um genauer zu sagen, die letzte Woche, warum nur? Trotzdem denke ich nicht darüber nach und genieße die restliche Zeit! Ich liebe die Nordsee. Um etwa 5 Uhr gingen mein Vater und ich zum Strand. Es war noch dämmrig, aber sehr warm. Trotzdem sprang ich in die Wellen. Ich liebe es, zu schwimmen. Das Wasser kühlt deine Haut ab und du entspannst!
Ich glaube, ca. 2o Minuten später, nachdem ich ins Wasser gesprungen war, hörte ich eine bekannte Stimme, die meinem Vater gehörte. Er rief: ,,Emma, komm aus dem Wasser, es gibt Essen!“ Ich beeilte mich, aus dem Wasser zu kommen. Mein Vater bestellte am Essensstand ein belegtes Brötchen mit Salami. Ich aß es und ließ es mir schmecken. Mein Vater war inzwischen zum Strand gegangen. Ich war fertig mit essen, lief zum Strand hinunter und fragte ihn, was wir jetzt machen würden? Er sagte: „Komm wir gehen zu einem Bootsverleih. Dort kannst du dir, wenn du möchtest, ein Boot ausleihen!“ Ich erschrak und freute mich zugleich, dass ich mir ein Boot ausleihen durfte! Ein alter Mann saß vor dem Bootsverleihhaus. Mein Vater fragte ihn, ob er nicht ein Boot hätte, in das ich rein passen würde. Der alte Mann sprach ganz undeutlich. Ich glaube, er meinte, dass wir mitkommen sollten. Auf jeden Fall stand er auf. Und mein Vater folgte ihm und er sagte noch, dass ich warten solle, und ich wartete. Plötzlich platschte es neben mir im Wasser. Was war das, wunderte ich mich. Eine Minute war vergangen, ich das Platschen hörte. Ich hörte nochmals ein Platschen im Wasser. Was war das? Ich sah einen kleinen Kopf mit blonden Haaren, blauen Augen, einen kleinen Körper und hinten eine kleine zierliche perlenfarbene Flosse. Als ich das sah, blieb mir fast mein Herz stehen. Eine Meerjungfrau! Als sie mich ebenfalls sah, tauchte sie ab, ohne ein Wort zu sagen. Ich war immer noch starr vor Schreck, als mein Vater kam. Er fragte mich, ob es mir gut ginge? Ich antwortete mit einem Ja. Ich fragte meinen Vater, wo denn mein Boot liegt. Mein Vater führte mich zu einem kleinen roten Boot. Ein ziemlich kleines, in das ich gerade reinpasste.  Ich stieg in das Boot hinein. Mein Vater wünschte mir Spaß und darauf ruderte ich los. Zwei bis drei Minuten später war ich draußen auf See und dachte immer noch an die Meerjungfrau, als plötzlich ein Fischerboot neben mir herfuhr. Ich sah an dem Fischerboot das volle Netz mit Fischen. Das Netz hing an einem Seil in der Luft. Zwischen den Fischen stach eine weiße Flosse hervor. Ich erschrak: Oh nein, das ich doch nicht das, was ich denke? Die kleine Meerjungfrau! Ich handelte schnell und schnitt das Netz auf. Viele Fische fielen heraus und schwammen weg, als letztes aber fiel die kleine Meerjungfrau zurück ins Wasser. Ich fragte mit erschrockener Stimme: „Kleine Meerjungfrau, lebst du noch?“ Die kleine Meerjungfrau bewegte sich und schaute mich mit ihren blauen Augen an und antwortete: „Ja, ich lebe noch! Danke, dass du mich gerettet hast!“ Ich antwortete, immer noch aufgeregt von dem Ereignis: „Bitte, gern geschehen! Wer bist du denn? Ich bin Emma!“ Sie antwortete mit einer fiepsigen, aufgeregten Stimme: „Ich bin Perle, die kleine Meerjungfrau.“ Und sie schwamm davon. Ich ruderte zum Strand zurück, wo mein Vater aufgeregt auf mich wartete. „Erzähl mal, wie hat es dir gefallen?“ Ich erzählte ihm alles, was ich erlebt hatte, doch ließ ich das Erlebnis mit der kleinen Meerjungfrau aus, das blieb ihr und mein Geheimnis. Zwei Tage später sah ich Perle wieder im Wasser am Bootsverleih, inzwischen sind wir beste Freundinnen. Nur leider ist nun schon der letzte Ferientag an der Nordsee gekommen. Mein Vater und ich müssen wieder nach Hause fahren. Ich freue mich schon auf die nächsten Ferien, denn dann werde ich Perle wiedersehen und eine Menge über Meerjungfrauen erfahren...

 

NETZ

Sina Rohleder (EF)

"Ich ertrage das alles nicht mehr. Ich flehe euch an, bitte hört auf damit! ‘‘
Lachend schauen wir uns an und sehen dann wieder spöttisch auf sie herab, während wir mit einem Finger auf sie zeigen und uns über sie lustig machen.
,,Wie kann sie ernsthaft noch glauben, dass wir sie ernst nehmen? Wenn es nach mir ginge, würde ich sie nicht mal mehr anschauen“, kichert Emilia mir ins Ohr.
Seitdem wir dieses Bild gesehen haben, hat es Sarah nicht leicht an dieser Schule. Manche halten sich daraus, manche unterstützen die Stärkeren und der Rest macht sich offen über sie lustig.
,,Jetzt sei doch nicht so fies. Das Bild hat sie bestimmt vor Jahren gepostet.‘‘
,,Das hätte sie früher wissen müssen. Das Internet vergisst nie!‘‘
Dann beginnen sie und die anderen noch lauter zu lachen und Sarah wird immer blasser und blasser, bis sie sich vor meinen Augen auflöst.
Ich schrecke keuchend auf und es dauert einige Sekunden, bis ich mich orientieren kann und feststelle, dass ich in meinem Zimmer bin.
Ich reibe mir müde die Augen und massiere mir die Schläfen, um mir bewusst zu werden, dass das eben nur ein Traum war. Ein Streich, den mir mein Bewusstsein gespielt hat.
Meine zweite Hand wandert auf meinen Nachttisch, doch anstatt dass ich die Lampe anknipse, greife ich automatisch nach meinem Smartphone und schalte es an.
Sofort kneife ich die Augen zusammen, damit mich das helle Licht nicht mehr blendet und als ich mich an dieses gewöhnt habe, schaue ich auf die Uhrzeit.
23.41 Uhr. Lange hatte ich also nicht geschlafen.
Ich entsperre das Handy und mir wird angezeigt, dass ich eine neue Nachricht habe.
,,Kannst du auch nicht schlafen? ‘‘
Lächelnd beantworte ich sie und setzte noch ein paar Smilies dahinter, damit sie nicht so abgestumpft wirkt. 
Ich lege mich wieder hin und spiele irgendein bedeutungsloses Spiel, um wieder müde zu werden, als ich eine Mitteilung bekomme.
>>It’Sarah hat einen neuen Blogeintrag hochgeladen .<<
Stirnrunzelnd öffne ich ihre Internetseite und mir stockt der Atem, während ich lese:
,,Hallo für ein vorerst letztes Mal.
Es gibt manche Dinge, bei denen man sich entschuldigen muss, manche, bei denen selbst Entschuldigungen nicht mehr helfen. Das Schreiben dieses Blogs hat mich eine Zeit lang sehr beflügelt. Ich habe über meine Gefühle geredet und hatte auch noch Spaß dabei. Doch langsam befreit mich das Schreiben nicht mehr, sondern fesselt mich. Alles wird gegen mich verwendet und über alles wird gelacht. Sie spinnen aus meinen Sätzen und Wörtern Netze, mit denen sie mich gefangen halten und je mehr ich mich wehre, desto enger ziehen sie es.  Ich fühle mich wie eine Fliege, die in ein Spinnennetz geflogen ist, die Spinne mit ihren acht Beinen nähert sich mir leichtfüßig und je mehr ich versuche, diesem Netz zu entkommen, desto mehr klebe ich an seinen seidenen Fäden und meine Lage wird immer aussichtloser.  Die Spinne kommt der Fliege immer näher und alles, was diese noch tun kann, ist resigniert aufzugeben. Ich habe mich entschlossen, ich werde nicht resigniert zuschauen, wie ihr mich vernichtet und euer Netz weiter um mich legt und immer fester zuzieht.
Ich werde mich ab sofort gegen jedes Netz wehren und auch wenn ich immer wieder in eins hineingerate, werde ich nicht aufgeben und alles tun, um diesen zu entkommen.
Emilia, Jessy und wie sie alle heißen, ihr bleibt weiter Spinnen und umgebt euch in einem Netz von Lügen, Oberflächlichkeiten, Gemeinheiten und dem Internet, was euch allen so wichtig ist.
Euch verschafft das Sicherheit, mir nicht. 
Mich engt es ein und lässt mich nicht mehr atmen.
Beim letzten Mal bin ich eingeknickt und habe die Schule gewechselt, dieses Mal werde ich das nicht tun und wenn nötig, muss ich halt selbst zur Spinne werden, um ein Netz zu spinnen. Ich tue, was nötig ist, solange ich mir dessen bewusst bin, dass ich selbst einmal eine Fliege war. It’s me.
It’sSarah.‘‘
Fassungslos sitze ich ein paar Minuten bewegungslos in meinem Bett, bis ich resigniert dabei zuschaue, wie sich meine Nachrichten häufen, die über Sarahs Blog lachen und spotten.
Und zum ersten Mal sitze ich da und sehe die Dinge klar.
Ich sehe, wie meine Freunde ihre Netze spinnen, um es Sarah heimzuzahlen, da sie Emilias Namen gesagt hat.
Ich sehe zu, wie sie sich in diesen Netzen sicher fühlen und anfangen immer weiter und weiter zu spinnen.
Und ich sehe mich, die dabei ist mit den anderen ein Netz zu spinnen, da ich schon viel zu viel drinhänge, um jetzt noch fliehen zu können.

 

 

Das Netz

Klara Marie Heilemann (8b)

Die Spinne,winzig und klein,
will in meiner Nähe sein.
Bin darüber nicht froh,
es schauert mich so.

Sehe sie länger an,
habe Freude dran.
ein Geschöpf, winzig klein,
schafft Wunder, nicht von allein.

Am Anfang ein kleiner Faden,
er kann mir nicht schaden
ganz dünn und fein
wie Stahl soll er sein.

Unendlich seine Länge,
und in dem Gehänge
niemals Chaos regiert,
ich beobachte ungeniert.

Bahn für Bahn sie webt
kreuz und quer, es schwebt
immer auf die gleiche Weise,
fast unbemerkt und leise.

Ein Sonnenstrahl fällt,
ein Tropfen hält,
am Faden fest,
meine Augen nicht lässt.

Ein Netz Leben erhält,
dafür ein anderes fällt,
im Netz gefangen,
trotzdem Leben verlangen.

Hätte nie gedacht,
dass es mir Freude macht,
ein Netz zu loben
über mir, da oben.

 

Durch das Netz ins Netz

Tyler Wehrheim (6a)

Es war schon dunkel draußen, als der 12-jährige Robin in seinem düsteren Zimmer auf seinem Bett lag. 
Er hatte das Handy in der Hand surfte im Netz 
Der talentierte junge Fußballer schaute sich die zehn besten Tore von Cristiano Ronaldo an. Robin war schon lange fasziniert von Ronaldos Können. 
Er dachte so bei sich: „So würde ich auch gerne spielen...", als eine weibliche Stimme die Gedanken des zwölfjährigen unterbrach.
„Was machst du denn da, mein Schatz?", fragte die Person sanft, aber dennoch ernst. 
„Ich… ja also...", stotterte Robin. Es war seine Mutter.
„Zeig mal her", sagte Robins liebevolle, 46- jährige Mutter und streckte die Hand nach seinem Handy aus. 
Widerwillig reichte er es ihr und murmelte: „Hier hast du es." 
Als Bettina, das war der Name von Robins Mutter, sich das Video zu Ende angeschaut hatte, wandte sie sich Robin zu und sagte: „Der weiß, wie man mit dem Ball umgehen muss, dieser Cristiano Ronaldo." 
„Oh ja“, sagte Robin, „so würde ich auch gerne spielen können." 
„Das sechste Tor fand ich am spektakulärsten. So was nennt man Rückfallzieher, oder?", meinte Bettina neugierig. 
„Nicht ganz, aber so ähnlich”, grinste Robin. „Man nennt diese Art, ein Tor zu erzielen, Fallrückzieher", antwortete Robin dann und imitiert einen solchen.
„Ja, ja, ist ja gut, Herr Neunmalklug“,  auch Robins Mutter musste nun lächeln, „aber du musst es ja besser wissen, schließlich bist du der Fußballfachmann von uns beiden!", und zwinkerte Robin zu. 
Robin entgegnet: „Da hast du recht", und zwinkerte seiner Mutter zurück. „So, und jetzt wird aber geschlafen, mein Fußballstar." Bettina drückte ihrem Sohn einen Kuss auf die Stirn und verließ das Zimmer. 
Robin schaute noch einmal verträumt auf seine Fußballschuhe und schlief dann ein. 

Am nächsten Morgen erwachte Robin durch das milde Licht der Sonne. Benommen stieg er aus seinem Bett und wankte zum Fenster. Er schaute nach draußen. Es war ziemlich bewölkt. Schlaftrunken stieg er die Treppe hinab, wo er in der Küche freudig von seinem Australian Shepherd Max empfangen wurde. 
Am Esstisch saßen seine Mutter und Lennox, sein großer Bruder. Robin setzte sich zu ihnen und gemeinsam frühstückten sie in Ruhe. 
Als er nach dem Essen auf dem Kalender schaute, verschluckte er sich fast vor Schreck. 
Es war der Tag der Entscheidung. 
Es ging um den großen Stadtmeisterpokal. Er und sein Team würden im Finale gegen einen anderen Klub antreten. 
Schnell wie der Wind machte Robin sich frisch und packte seine Fußballsachen zusammen. 
Eine Stunde später stand er auf dem Fußballplatz, der gegnerischen Mannschaft gegenüber. Alles war bereit. 
Die Pfeife des Schiedsrichters ertönte. Somit war das Pokalfinale eröffnet. 
Robin spielte den Ball quer hinüber zu seinem Kapitän. Dieser startete ein Dribbling und zog an den Gegenspielern vorbei als wären es bloß Pylonen. 
Er suchte eine Anspielstation, doch er entdeckte keinen Mitspieler. Robin legte sich den Ball vor und schoss einfach, aus 16 Metern Entfernung, auf das Tor der Rivalen. Das Geschoss kam scharf auf den Kasten zu, der Keeper flog durch die Luft, doch er bekam den Ball nicht mehr. Ponk! 
Das Leder klatschte ans Lattenkreuz und man hörte das Stöhnen und Fluchen der Fans. 
Aufmunternd klopfte Robin dem Kapitän auf die Schulter. In der 57. Minute bekamen die Gegner einen Elfmeter. Robin spürte jedermanns Anspannung. Der Pfiff ertönte. Der Schuss des gegnerischen Stürmers segelte in Richtung der rechten Torecke, doch der Torwart kratzte ihn in allerletzter Sekunde aus der Gefahrenzone. 
Der Nachschuss kam weniger gefährlich auf das Tor. Robin und seine Mannschaft feierten den Weltklasse-Schlussmann. Das Spiel verlief bis in die letzte Minute der Nachspielzeit torlos, obwohl es sehr gute Torchancen für beide Teams gegeben hatte. 
Jetzt führten die Gegner der heimischen Mannschaft eine Ecke aus, die der Torhüter jedoch locker aus der Luft fischte.
Sofort ging alles blitzschnell und der Konter wurde eingeleitet.
Der Kapitän mit der Nummer 10 spielte zu seinem Mitspieler, dieser nahm den Ball sauber mit und sprintete bis zur Grundlinie. Daraufhin segelte eine butterweiche Flanke in den Strafraum. Am Elfmeterpunkt stand die Nummer 6. 
Es war Robin und er merkte, dass sein Puls weiter anstieg. Er sprang hoch und beförderte das Ledergeschoss per Fallrückzieher ins Tornetz! 
Ein wunderbarer und fantastischer Treffer des jungen Fußballtalents. 
Die Fans jubelten und schrien alle durcheinander. Somit war das Spiel entschieden und der Schiri pfiff ab! 
Sie hatten das große Pokalfinale gewonnen! 
Bei der Siegerehrung wurden sie vom Bürgermeister persönlich geehrt. 
Als Robin abends im Bett lag, war er immer noch erstaunt, aber trotzdem stolz wegen seines so spektakulären Tors und wegen seines überragenden Spiels. Sein Bruder und seine Mutter beglückwünschten ihn ein weiteres Mal: „Das war ein superschönes Tor." 
„Danke Mama, aber ich glaube, es war gut, dass ich mir das Video angeschaut habe." 
„Man könnte also sagen: durch das Netz ins Netz", schmunzelte Bettina. 
Es war wirklich ein traumhafter Tag gewesen, dachte Robin und schlief erschöpft und glücklich ein. 

Ende

 

 

Das Netz – für den einen ein Segen, für den anderen ein Fluch

Greta Jacobi (7d)

Ich zappele hilflos in den Tod bringenden Seilen. Verzweifelt versuche ich, mich zu befreien. Panisch schlage ich um mich, doch vergeblich. Je mehr ich zappele, desto aussichtsloser scheint es. Die Seile schneiden bei jeder Bewegung immer tiefer in mein Fleisch. Ich sehe Blut und im selben Moment weiß ich, dass es mein Blut ist, das da von der Strömung mitgerissen wird und als roter Faden in den Weiten des Meeres verschwindet. Es wird sich mischen mit dem Blut der vielen anderen, die schon gestorben sind. Sie sind gestorben in den Netzen der Menschen. Es waren sinnlose Tode. Die Menschen essen uns Delfine nicht. Deshalb werfen sie uns, wenn wir tot sind, einfach wieder zurück ins Meer. Und als wäre das nicht genug, fischen uns die Menschen mit ihren riesigen Schleppnetzen auch noch den letzten Fisch vor der Nase weg und zerstören alles, was ihnen in den Weg kommt. Aber nicht nur das. Einen Großteil ihres Fangs werfen sie zurück ins Wasser, weil sie ihn nicht wollen. Also haben sie grundlos unsere Nahrung vernichtet.

Ich kann ja verstehen, dass sie Fisch essen wollen. Das ist schließlich auch mein Lieblingsessen. Aber sie könnten doch ein bisschen rücksichtsvoller und weniger gierig sein. Ich meine, sie haben doch auch noch andere Nahrung im Überfluss auf dem Land. Warum müssen sie uns dann alles wegnehmen? Es gibt doch auch schonendere Möglichkeiten zu fischen!

Außerdem werfen sie ihre kaputten Netze ins Meer, in denen dann so viele Delfine und andere Meeresbewohner verenden. Das muss doch nicht sein, oder?

Wir Meeresbewohner waren doch vor den Menschen auf der Erde. Vielleicht sollten sie uns dann ein wenig mehr Respekt erweisen. Wann, ich frage, wann wird etwas passieren? Oder wird das so weiter gehen, bis wir alle verschwunden sind?

Ich finde es ziemlich dumm von den Menschen. Sie schaden sich doch nur selbst mit alldem. Wenn sie so weiter machen, wird es irgendwann keine Fische mehr geben und das Meer ist tot. Was wollen sie denn dann machen? Ich frage mich, wo das alles noch hinführen wird?

Langsam wird meine Luft knapp und ich weiß, dass ich im Netz sterben werde.

Während meiner letzten Atemzüge frage ich mich: „Womit haben wir das verdient? Was haben wir getan? Es muss doch Menschen geben, die sich für uns einsetzen. Jeder von euch kann etwas tun!“

Für die Menschen mag das Netz ein Segen sein, für uns Meeresbewohner ist es ein Fluch.

 

 

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